Zucker

Einführung

Die natürlichen Süßmittel sind seit langer Zeit in Gebrauch. Die längste Geschichte haben jene, die die Natur selbst hervorbringt, wie Früchte und Honig. Diese jedoch waren früher nur zu bestimmten Jahreszeiten bzw. in begrenzter Menge verfügbar und wurden in bescheidenem Maße verwendet. Tatsächlich wurde in der Vergangenheit mit allen Süßmitteln sparsam umgegangen. Erst als raffinierter Zucker für jeden verfügbar wurde, begann Süßes eine dominierende Stellung in der menschlichen Ernährung einzunehmen. Bedauerlicherweise aber ist eine an Süßigkeiten und zuckerhaltige Speisen reiche Kost guter Gesundheit nicht förderlich. Besonders ungesund ist der weiße raffinierte (Rohr- oder Rüben-) Zucker, da er ein nährstoffmäßig völlig unausgewogenes Produkt darstellt und den Körper schwächt.

Zuckerarten

Die einfachste Form der Kohlenhydrate stellen die Monosaccharide dar, was einfache (einzelne) Zuckermoleküle sind.

Daraus entstehen Disaccharide, welche aus der Verbindung zweier einfacher Zuckermoleküle entstehen. Aus diesen Mono- und Disacchariden sind die meisten Süßmittel zusammengesetzt.

Die in der Natur am häufigsten vorkommende Kohlenhydratform sind jedoch die Polysaccharide. Polysaccharide sind komplexere (höhermolekulare) Kohlenhydrate. Sie entstehen durch Verkettung vieler Monosaccharide. Wenn wir Polysaccharide in Form von Vollkorngetreide, Brot, Gemüse usw. Zu uns nehmen, spüren wir, dass sie bei längerem Kauen süßer im Mund zu werden beginnen. Dies hat seinen Grund darin, dass die im Speichel enthaltenen Enzyme die komplexen Kohlenhydrate in einfache Zuckermoleküle (Monosaccharide) aufspalten. Auf diesem Weg werden die Monosaccharide langsam vom Blut aufgenommen und verbrannt. Auf so langsame und stetige Weise verarbeitet, ermöglicht sie eine effiziente und dauerhafte Energieversorgung.

Wenn wir hingegen Mono- und Disaccharide reichlich direkt mit der Nahrung aufnehmen, sei es in Form von Obst, raffiniertem Zucker oder natürlichen Süßmitteln, werden sie zu schnell vom Blut absorbiert. Dies löst im Körper ein Chaos aus, da er gezwungenermaßen versucht, diese plötzliche Energieflut zu nutzen und auszugleichen. Wir müssen daher im Umgang mit allen Süßmitteln vorsichtig sein und Maß halten. Monosaccharide, die wir Einfachzucker nennen, sind unter den Namen Fruktose (Fruchtzucker), Glukose (auch als Dextrose, Traubenzucker), Galaktose, Xylose und Sorbose bekannt. Sie finden sich in den meisten der Produkte, die wir als Süßmittel betrachten.

Fruktose, z.B., ist die Art von Zucker, die in Früchten vorkommt. Tatsächlich leitet sich auch ihr Name von diesen ab. Als Bestandteil der ganzen Frucht, die noch Vitamine Mineralstoffe und Wasser enthält, ist Fruktose vergleichsweise ausgewogener und besser für den Körper. In dieser Form wird sie etwas langsamer vom Blut absorbiert und schadet daher dem Organismus weniger. Dennoch bleibt die Tatsache bestehen, dass es nicht gesund ist, zuviel davon aufzunehmen, da sie all die gleichen Probleme hervorrufen kann, die mit anderen Zuckerarten in Zusammenhang gebracht werden. Ein weiteres beachtenswertes Faktum ist, dass das Produkt, das in Diätwaren als Fruchtzucker verkauft wird, gewöhnlich bloß ein anderer – aus Mais erzeugter – stark raffinierter Zucker ist -. Glukose ist ein weiteres elementares Monosaccharid. Sie kommt in der Natur in Früchten. Gemüse und Getreide vor.

Wenn sie in dieser gebundenen Form, d.h. aus Quellen komplexer Kohlenhydrate aufgenommen wird, kann sie der Körper effizient nutzen. Wird sie jedoch isoliert in raffinierter Form konsumiert, so tritt sie als Einfachzucker in den Körper ein und bringt den Blutzuckerspiegel genauso durcheinander wie andere raffinierte Zuckerarten. Disaccharide, welche sich aus zwei Zuckermolekülen zusammensetzen, sind am besten bekannt als Saccharose und Maltose.

Maltose (Malzzucker) entsteht beim Mälzen von Vollkorngetreide. Dieses Disaccharid ist aus zwei miteinander verbundenen Glukosemolekülen aufgebaut. Der Malzvorgang ist ein natürlicher Prozess, der auf der Tätigkeit der Enzyme im Getreidekorn beruht und zugleich auch einige B-Vitamin entstehen lässt. Saccharose ist ein weißer Rüben- oder Rohrzucker. Sie besteht aus einem Fruktose- und einem Glukosemolekül. Da dieser Zucker hochgradig raffiniert ist und keinerlei andere Nährstoffe enthält, setzt er der Gesundheit des Körpers stark zu. Andere Formen von Rüben- oder Rohrzucker sind auch sehr schädlich. Rohrzucker ist um etwa 4 % weniger raffiniert als weißer Zucker, und brauner Zucker ist nichts anders als mit etwas Melasse gemischter weißer Zucker.

Im Naturkosthandel haben in den letzten Jahren Zucker – Natur sogenannte Rohrohrzuckerarten unter verschiedenen Handelsnamen als Süßmittel in vielerlei Produkte Eingang gefunden. Dieser wird nicht industriell hergestellt, sondern mit relativ einfachen Verfahren eingedickt. Da er auch nicht von anderen Nährstoffen isoliert wurde (wie der “weiße” Zucker), wird er auch als nicht schädlich eingestuft. Seine Wirkungen im Organismus sind jedoch ähnlich dem des weißen Zuckers, wenn auch nicht so krass, denn er ist und bleibt immer noch ein starkes Zuckerrohr-Konzentrat, und das ist die entscheidende Betrachtungsweise. Die anteiligen Nährstoffe spielen hierbei eine untergeordnete Rolle (siehe auch “Die Wirkungen von Zucker). Kalorienarme und zuckerfreie Süßmittel sind gewöhnlich Monosaccharide. Sie werden zumeist künstlich in chemischen Verfahren aus anderen Monosacchariden erzeugt und sollten nicht einmal als Nahrungsmittel betrachtet werden. Da sie künstlich hergestellt werden, lassen sie selbst weißen Zucker wie ein “Bionahrungsmittel” erscheinen. Tatsächlich können sie noch viel schädlicher sein als Zucker.

Die Wirkung von Zucker

Natürliche konzentrierte Süßmittel wie Malz, Amasake, Frucht-Süßmittel usw. sind, obgleich von einem echten Vollwertnahrungsmittel noch immer weit entfernt, nährstofflich wesentliche ausgewogener als Rüben- oder Rohrzucker. Damit meinen wir, dass sie einen gewissen Anteil an Mineralstoffen und Vitaminen haben und dadurch, sofern in Maßen konsumiert, den Körper nach ihrer Umsetzung nicht dazu zwingen, seine Reserven gewaltig anzugreifen. Weißer Zucker hingegen ist ein extrem unausgewogenes Nahrungsmittel. Der Körper mag eine scheinbare Toleranz gegen ihn entwickeln, doch unter der Oberfläche wird dennoch viel unvermuteter Schaden angerichtet. Wenn er einem Organismus zugeführt wird, der an seinen höchst instabilen Charakter nicht gewöhnt ist, kann er schrecklich negative Reaktionen auslösen. Tatsache ist, dass Kinder, die noch nie Zucker gegessen haben, Gezuckertes ausspucken, weil es in ihrem Mund ein brennendes Gefühl erzeugt. Zucker ist mit vielen der Probleme und Krankheiten in Verbindung gebracht worden, die bei der heutigen Lebensweise immer häufiger auftreten.

Zu sagen, dass Zucker schlecht für die Gesundheit ist, würde bedeuten, eine Binsenweisheit auszusprechen. Wir müssen jedoch tiefer eindringen und von Grund auf verstehen lernen, wie Zucker tatsächlich wirkt. Wenn wir wissen, welche Wirkungen er auf Körper, Seele und Geist hat, werden wir in richtiger Perspektive sehen können, was wir gewinnen, wenn wir ihn vom Speiseplan streichen. Wenn wir Zucker essen, beginnt er seine Wirkung auf den Körper zwar sofort auszuüben, doch der Langzeitschaden zeigt sich erst viel später. Aus diesem Grund müssen wir das Problem aus breiterer Sicht betrachten und dürfen uns nicht auf den simplen Aspekt beschränken, dass er dick macht, denn der Konsum von Zucker hat eine tiefer gehende, den gesamten Körper erfassende Wirkung. Zucker trifft den Organismus wie ein in einen klaren, stillen Teich geworfener Kieselstein das Wasser. Er bricht jäh in den Verdauungsapparat ein, welcher darauf angelegt ist, komplexe Kohlenhydrate zu Einfachzucker abzubauen, um Energie für die Körperzellen zu erzeugen. Diese Art von Kohlenhydratabbau geschieht auf langsame und angemessene Weise, welche es dem Körper ermöglicht, diese Energie effizient zu nutzen. Das Problem bei konzentrierten Süßmitteln besteht darin, dass sie bereits in einfacher Form vorliegen und daher sofort in das Blut übergehen, was den Blutzuckerspiegel in die Höhe treibt und ein Hochgefühl erzeugt. Der Magen produziert dann starke Säuren, um die Wirkung der extremen Alkalinität von Zucker zu kompensieren. Diese starken Säuren reizen den Magen, was oft zu Verdauungsstörungen führt, und können langsam auch die Magenwände zerstören und innerhalb einiger Jahre Magengeschwüre hervorrufen. Zudem verursachen diese abgesonderten Säuren auch eine Säuerung des Blutes. Ein derartiger Zustand erschwert dem Organismus seine normale Arbeit und trägt nach Ansicht von Experten wesentlich zur Entstehung von Krebs wie auch vielen anderen Krankheiten bei. Ebenso schafft er günstige Bedingungen für das Wachstum von Viren und Bakterien. Infolgedessen strebt der Körper an, diesen sauren Zustand zu überwinden, was bedeutet, dass er seine Mineralstoffreserven angreift und dabei selbst den Knochen und Zähnen Kalzium entzieht, um das richtige Gleichgewicht wieder herzustellen.

Wenn sich die Zuckerenergiewelle dann weiter ausbreitet, trifft sie die Leber und die Bauchspeicheldrüse. Die Leber, die verdaute Nahrung abbaut und umsetzt, muss fieberhaft arbeiten, um den Zucker im Blut in Glykon umzuwandeln – in dieser Form kann er als Fett gespeichert werden. Unverarbeiteter Zucker ist Gift für den Körper. Das ist der Grund, weshalb übermäßiger Genuss von Süßem Übelkeit hervorruft. Die Leber kann mit diesem Überschuss einfach nicht fertig werden und muss einen Teil davon direkt an das Blut abgeben. Die Bauchspeicheldrüse schüttet daraufhin Insulin aus, um den Blutzuckerspiegel zu regulieren. Der Blutzuckerspiegel sinkt dann ab, und man fühlt sich depressiv und greift erneut zu Zucker, um die Stimmung wieder zu heben, und so setzt sich das fort. Viele erleben dies als Stimmungsschwankungen. Dieses Auf und Ab löst seinerseits eine weitere Folge von Ereignissen aus, wobei die Körperfunktionen und die Organe ihr eigenes Gleichgewicht zwischen dem Wechsel der Extreme wiederzuerlangen suchen. Die Nieren müssen mehr ausscheiden, das Herz muss angestrengter arbeiten, die Atmung wird schwerer, das parasympathische Nervensystem wird gelähmt, die natürliche Immunität nimmt ab, die Fähigkeit, Nahrung zu verdauen, wird beeinträchtigt usw. Kurzum, wenn wir zuviel Süßes essen, schaffen wir eine schrecklich chaotische Situation, die die Organe und Funktionen unseres Körpers über Gebühr belastet und erschöpft. Einmal in die Blutbahn eingetreten, wird der Zucker, der beim folgenden kurzen Energiestoß nicht verbrannt wird, in Form von Fett abgelagert. Dieses verstopft die Blutgefäße, und der Überschuss wird um den Magen, die Hüften und um die aktiven Organe wie Herz, Lunge, Leber usw. herum gespeichert, was diesen überlasteten Organen ihre Arbeit weiter erschwert.

Vom nährstofflichen Standpunkt aus betrachtet, Zucker – Missbrauch haben Zucker und bei Missbrauch selbst natürliche Süßmittel dem Körper wenig zu bieten. Zucker liefert keine Mineralstoffe zur Deckung unseres Tagesbedarfes, und da die säuernde Wirkung, die er auf den Körper hat, eine Schmälerung vorhandener Mineralstoffreserven nach sich zieht, leiden heute viele Menschen unter schwachen Knochen uns sind anfällig für Anämie und viele andere Probleme. Der Vitaminhaushalt wird von Zucker auch nachhaltig beeinflusst. Z.B. zerstört Zucker die nützliche Darmflora, welche den Darm bei der Verdauung der Nahrung unterstützt, den Verdauungsapparat vor schädlichen Bakterien schützt und auch für die Erzeugung von B-Vitaminen innerhalb des Körpers wichtig ist. Diese Vitamine sind unentbehrlich für das Gehirn beim Entscheidungsprozeß. Daher können Leute, die viel Zucker essen, oft nicht klar denken und sind außerstande, Entscheidungen zu treffen. Pellagra wird auch durch einen Mangel an B-Vitaminen verursacht und wird oft fälschlich als Schizophrenie diagnostiziert. Es gibt noch viele andere emotionale und geistig – seelische Probleme und Störungen, die direkt mit dem regelmäßigen Konsum von Zucker in Zusammenhang gebracht werden können. Dazu gehören: Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen, Verwirrung, Angst, Paranoia und selbst Wahnsinn oder Irresein. Wir brauchen nur Kinder zu beobachten, die viel Süßes gegessen haben, um viele dieser sich ganz offen zeigenden Symptome feststellen zu können.